Kirche Petershagen

Um 1230 wurde die erste Holzkirche auf dem „Kirchberg“ erbaut. Das älteste Bild der Petershagener Kirche stammt noch aus der Zeit vor der Reformation und ist in einem alten Kirchensiegel enthalten. Es ist ein merkwüdig zusammengesetztes Steingebäude mit einem offenen Glockentürmchen.
In den Jahren 1702/1703 ließ der Patron Reichsgraf von Schwerin an der Stelle der alten, verfallenen Kirche das neue Gotteshaus erbauen, es stand in dieser Form bis 1850.
Die Kirche war ein Fachwerkhaus mit Steinen und Ziegeldach. Sie war 57 Fuß (17,9 m) lang, 28 Fuß (8,8 m) breit und bis zum Kirchendach 14 Fuß (4,4 m) hoch. Ein Nord-Süd-Gang teilte die Bankreihen im Innenraum. An jeder Seite standen 3 Reihen. Die Sitzbänke hatten Eingangstüren mit Wippklinken und waren hellblau gestrichen. Die Wände waren von unten nach oben mit geweißten Brettern benagelt, die Decke war abgeputzt. Die Mitte der weißen Decke zierte ein großer, ovaler Blütenkranz mit der Jahreszahl 1702. Gegenüber der Jungfernpforte an der Nordseite befand sich die einfache Kanzel. Gleich daneben stand der Predigerstuhl (alter Beichtstuhl), der eine Art Sakristei bildete. Diesem Stuhl gegenüber war ein gleicher Verschlag für den Küster, der Küsterstuhl. Da die Kirche keine Orgel hatte, sang der Küster von diesem Stuhl aus der Gemeinde als Kantor vor. Ab 1834 übernahm das Singen der Harmonium-Chor, der aus den männlichen Dienstboten zusammengesetzt war, und der Chor der Knechte genannt wurde. Wie üblich saßen die Geschlechter getrennt.
Als der Turm 1850 einzustürzen drohte, legte man ihn zur Hälfte nieder. Mit diesem Umbau fand auch eine Veränderung im Inneren statt. Die Kanzel wurde hinter den Altar in die Apsis gerückt, die erheblich vermehrten Bänke mit der Front zum Altar geordnet. Die Kirche enthielt 2 Grabplatten der Familie des Petershagener Pfarrers Apport (sie befinden sich noch in der heutigen Kirche). Außerdem gab es einen Stein mit einem deutlichen Abdruck einer Hundepfote, einem sogenannten Bauopfer.
1890 erhielt Petershagen aus der Friedrichsfelder Kirche eine barocke Kanzel von 1712. Da sie 89 cm zu groß war, wurde sie gekürzt. In demselben Jahr erhielt die Kirche auch ein Harmonium, das der Fredersdorfer Rittergutsbesitzer Verdries stiftete. Auch der gekürzte Turm wurde schlecht und gefahrdrohend, daher wurde der Plan gefasst, als Teilstück einer neuen Kirche zunächst einen Turm zu bauen. Dieser wurde 1896-1897 mit rund 10.700 M Kosten ausgeführt. Dabei wurde leider der große Findling, der dort lag, gesprengt und für den Bau des Fundamentes benutzt. Der Turm erhielt einen Blitzableiter und eine Uhr.
Die Grundsteinlegung der zum Turm gehörenden Kirche erfolgte 12 Jahre später 1909, geweiht 1910.
In dieser Kirche konnte die barocke Kanzel von 1712 wieder vollständig aufgestellt werden. Im Inneren wurde sie im ländlichen Jugendstil gestaltet. Die pneumatische Orgel von 1910 erbaute der Orgelbaumeister Dinse.
Mitte der 60er Jahre erhielt die Kirche dem damaligen Zeitgeschmack eine entsprechende Ausmalung. Mit Hilfe von Denkmalpflege, Landeskirche und der Kommune konnte die Restauration Ende des letzten Jahrhunderts in Angriff genommen werden. Die Eingangstür wurde von der Firma Dinter nach dem Vorbild der Originaltür neu hergestellt. Die Kosten übernahmen die Partnergemeinden in den Niederlanden. 1995 wurde das gesamte Dach neu gedeckt. 2002 konnte die Restauration der Innenmalerei abgeschlossen werden, die Restauration der Dinse-Orgel 2004 und die des alten schmiedeeisernen Kroneleuchters 2008.
Artikel aus der Märkischen Oderzeitung zur Geschichte der Restaurierung des Leuchters vom 14.3.2008
Die evangelische Dorfkirche Petershagen erhält 2010 zu ihrem 100jährigen Bestehen den Namen Petruskirche.
Übrigens: Offene Kirche in Petershagen Noch bis 26. September ist die Petershagener Kirche sonntags von 13.30 Uhr bis 16.30 Uhr für Ausflügler und Stille-Suchende geöffnet. Wir freuen uns auf Sie! Dagmar von Eitzen

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